PGM V8: 334 PS aus acht Zylindern und zwei Litern Hubraum
Die PGM V8 aus Australien kombiniert 1.996 cm³, 40 Ventile und 334 PS. So entstand Paul Maloneys spektakuläres Achtzylinder-Naked-Bike.
Ein Zweiliter-V8 in einem Naked Bike? Klingt nach einem ziemlich wilden Garagenexperiment. Doch die PGM V8 aus Australien ist weit mehr als ein Motor mit zwei Rädern drumherum. Paul G. Maloney hat einen eigenen Achtzylinder entwickelt, der 334 PS leisten soll – und das Ganze in ein erstaunlich sportliches Motorrad verpackt.
Zwei Yamaha R1 liefern die Zutaten
Der australische Ingenieur und frühere Rennmechaniker Paul G. Maloney griff für seinen 90-Grad-V8 auf Zylinderköpfe und weitere Bauteile der Yamaha YZF-R1 aus dem Jahr 2004 zurück. Damals hatte der Yamaha-Vierzylinder noch fünf Ventile pro Zylinder. Bei acht Brennräumen macht das stattliche 40 Ventile. Kurbelgehäuse und Flat-Plane-Kurbelwelle sind dagegen Eigenkonstruktionen. So entstand ein Motorrad-Achtzylinder mit 1.996 Kubikzentimetern – kein umfunktionierter Automotor.
334 PS und 214 Nm
Die Herstellerdaten lesen sich wie eine Mutprobe: 334 PS bei 12.800 U/min und 214 Nm bei 9.500 U/min. Acht elektronisch geregelte Mikuni-Drosselklappen, ein MoTeC-M130-Steuergerät und eine Titan-Abgasanlage kümmern sich um die Versorgung und den Abtransport. Die Kraft geht über ein Sechsganggetriebe und eine Kette ans Hinterrad.
Die Frage nach der Höchstgeschwindigkeit beantwortet Maltec auf seiner Website übrigens nicht mit einer Zahl, sondern sinngemäß mit: Wie mutig bist du? Das ist zumindest origineller als ein elektronisch begrenzter Wert auf dem Datenblatt.
242 Kilogramm trotz riesigem Motor
Der eigentliche Kunstgriff steckt im Fahrwerk. Mit 242 Kilogramm fahrfertigem Gewicht einschließlich Betriebsstoffen und Kraftstoff ist die PGM V8 zwar kein Leichtgewicht, für ein Motorrad mit Zweiliter-Achtzylinder aber erstaunlich kompakt. Der Motor trägt mit; vorn setzt Maloney auf einen Gitterrohrrahmen aus Chrom-Molybdän-Stahl, hinten auf gefräste Aluminiumteile.
Bei den Anbauteilen wurde nicht gespart: Öhlins liefert eine voll einstellbare 48-Millimeter-Upside-down-Gabel und das Federbein, Brembo die Bremsanlage und Marchesini die geschmiedeten Räder. Vorn verzögern zwei 320-Millimeter-Scheiben. Der Tank fasst 16,5 Liter, die Sitzhöhe beträgt 840 Millimeter.
Eine Kleinserie mit großem Fragezeichen
Die PGM V8 ist keine brandneue Modellvorstellung. Maloney präsentierte seine außergewöhnliche Konstruktion bereits um 2015. Die Maschine wurde als handgefertigte Kleinserie auf Bestellung angeboten; wie viele Exemplare tatsächlich gebaut wurden, ist öffentlich nicht zuverlässig dokumentiert. Auch ein aktueller Preis steht auf der Herstellerwebsite nicht. Früher wurden Beträge um 180.000 US-Dollar genannt.
Der Hersteller bezeichnet sie als eines der leistungsstärksten Serienmotorräder der Welt. Das ist bei einer derart exklusiven Kleinserie natürlich auch eine Frage der Definition. Und ob eine Zulassung in Deutschland möglich wäre, ist keineswegs geklärt.
Ein Achtzylinder, der tatsächlich Motorrad sein will
Das Spannende an der PGM V8 ist nicht allein ihre Leistung. Maloney hat den Achtzylinder nicht in ein überdimensioniertes Showbike geschraubt, sondern in ein Motorrad, das sich mit hochwertigen Fahrwerkskomponenten auch durch Kurven bewegen soll. Und genau das macht diesen australischen Exoten selbst mehr als zehn Jahre nach seiner Vorstellung noch bemerkenswert.
