Furion Taran: 326 PS, Allrad und ein Motor im Vorderrad
Furion Taran: 326 PS, Allradantrieb und 20-kWh-Akku. Was das EVERSOR-System kann und warum die Serienversion noch Fragen offenlässt.
326 PS, zwei angetriebene Räder und ein Elektromotor direkt im Vorderrad: Die Furion Taran aus Frankreich will zeigen, dass Elektromotorräder nicht nur schnell geradeaus fahren können. Allerdings ist das spektakuläre Hyperbike bislang vor allem ein Technologieträger auf dem Weg zur geplanten Kleinserie.

326 PS auf zwei Räder verteilt
Mit 240 kW (326 PS) Spitzenleistung macht Furion eine ziemlich selbstbewusste Ansage. Das Besondere ist weniger die schiere Leistung als die Verteilung: Das EVERSOR-System steuert den Antrieb an Vorder- und Hinterrad elektronisch. Im Vorderrad sitzt ein kompakter Axialflussmotor. Eine gezielte Gegenrotation soll zudem die Kreiselkräfte beeinflussen und das Handling verbessern.
Die Idee ist nicht über Nacht entstanden. Furion aus Le Mans experimentiert schon seit Jahren mit Allradantrieben für Motorräder. Ein früherer Versuchsträger auf Basis der Yamaha MT-07 kombinierte einen Verbrennungsmotor hinten mit elektrischer Unterstützung vorne. Die Taran soll nun vollständig elektrisch fahren.
20-kWh-Akku und 200 Kilometer Reichweite
Für die Taran nennt Furion 230 Kilogramm inklusive Akku, eine Batteriekapazität von 20 kWh und 200 Kilometer Reichweite. Rechnerisch entspricht das einem Verbrauch von 10 kWh auf 100 Kilometer. Die Angaben stammen vom Hersteller und sind noch kein unabhängiger Test eines fertigen Serienmotorrads.
Besonders spannend ist die Rekuperation. Weil das Vorderrad beim Bremsen stärker belastet wird, könnte dort deutlich mehr Energie zurückgewonnen werden als bei einer ausschließlich hinten angetriebenen Maschine. Furion stellt einen Reichweitenvorteil von 20 bis 30 Prozent in Aussicht. Die entsprechenden Vorteile wurden bislang unter anderem mithilfe von Simulationen ermittelt; sie sind nicht mit einem unabhängigen Reichweitentest der Taran gleichzusetzen.
Design wie aus einem Science-Fiction-Film
Optisch macht die Taran kein Geheimnis aus ihrem Zukunftsanspruch: kantige rote Verkleidung, schlanke blaue Lichtakzente und ein weit nach vorn gestreckter Auftritt. Für die Gestaltung zeichnen die Agentur Pigment und Designer Takumi Yamamoto verantwortlich. Der Name ist übrigens eine Anspielung auf Taranis, den keltischen Donnergott.
Kleinserie geplant – Preis noch offen
Furion möchte die Taran in begrenzter Stückzahl anbieten. Wann die ersten Exemplare tatsächlich ausgeliefert werden und was sie kosten sollen, ist noch offen. Zugleich geht es dem Unternehmen darum, die EVERSOR-Technik anderen Motorradherstellern zugänglich zu machen.
326 PS klingen nach einem Motorrad für die Schlagzeilen. Langfristig könnte die eigentliche Sensation aber im Vorderrad stecken: Wenn Furion seine Versprechen bei Traktion, Handlichkeit und Energierückgewinnung in der Praxis einlösen kann, wäre das weit interessanter als die nächste Rekordzahl auf dem Datenblatt.
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Quellen: Furion







