Royal Enfield Flying Flea C6: Elektro-Retrobike mit 154 km Reichweite
Die Flying Flea C6 startet als erstes Elektromotorrad von Royal Enfield: 21 PS, 3,91-kWh-Akku, 115 km/h und offiziell 154 km Reichweite.
Royal Enfield wird elektrisch – allerdings nicht mit einem schweren Power-Bike, sondern mit einem schlanken Retromotorrad. Die Flying Flea C6 ist das erste Serien-Elektromodell des traditionsreichen Herstellers und greift optisch die leichten Militärmaschinen der historischen Flying-Flea-Baureihe auf. Nun liegen die technischen Daten vor: 21 PS, 115 km/h Spitze, ein 3,91-kWh-Akku und offiziell 154 Kilometer Reichweite.
21 PS treffen auf nur 124 Kilogramm
Als Antrieb dient ein permanent erregter Synchronmotor mit integriertem Controller und Luftkühlung. Die Spitzenleistung beträgt 15,4 kW beziehungsweise rund 21 PS, das maximale Drehmoment 60 Nm. Über einen wartungsarmen Riemenantrieb gelangt die Kraft ans Hinterrad.
Von null auf 60 km/h soll die C6 in 3,7 Sekunden beschleunigen, bei 115 km/h ist Schluss. Damit spielt sie fahrleistungsmäßig ungefähr in der Liga klassischer 125er- bis 150er-Motorräder. Der entscheidende Vorteil ist das geringe Gewicht: Mit 124 Kilogramm bleibt die Elektro-Royal-Enfield angenehm handlich. Die mögliche Zuladung wird mit 160 Kilogramm angegeben.

3,91-kWh-Akku und bis zu 154 Kilometer
Der Lithium-Ionen-Akku bietet 3,91 kWh und steckt in einem luftgekühlten Magnesiumgehäuse mit deutlich sichtbaren Kühlrippen. Royal Enfield nennt eine Reichweite von 154 Kilometern nach dem indischen IDC-Zyklus. Dieser Wert entsteht unter günstigen Bedingungen und bei vergleichsweise niedrigen Geschwindigkeiten. Im europäischen Alltag dürfte die tatsächliche Reichweite daher spürbar niedriger ausfallen.
Geladen wird über ein integriertes Ladegerät, dessen Leistung zwischen 500 und 2.200 Watt konfigurierbar ist. Von 20 auf 80 Prozent sollen ungefähr 60 bis 65 Minuten genügen. Unter optimalen Bedingungen nennt der Hersteller für eine vollständige Ladung 2 Stunden und 16 Minuten.
Girder-Gabel als optisches Markenzeichen
Das auffälligste Fahrwerksdetail ist die Girder-Gabel mit hydraulischer Zwillingseinheit. Sie erinnert an die ursprüngliche Flying Flea aus den 1930er- und 1940er-Jahren, ist technisch aber natürlich neu interpretiert. Vorn stehen 100 Millimeter Federweg zur Verfügung, hinten arbeitet ein Monoshock-Federbein mit 110 Millimetern.
Die Sitzhöhe beträgt 823 Millimeter, die Bodenfreiheit 207 Millimeter. Beide 19-Zoll-Leichtmetallräder tragen schmale Reifen im Format 90/90-19. Verzögert wird mit einer 260-Millimeter-Scheibe vorn und einer 220-Millimeter-Scheibe hinten.

Kurven-ABS, Traktionskontrolle und fünf Fahrmodi
Bei der Elektronik spart Royal Enfield nicht. Das Zweikanal-ABS arbeitet schräglagenabhängig und bietet drei Empfindlichkeitsstufen. Am Hinterrad lässt es sich abschalten. Dazu kommt eine ebenfalls schräglagenabhängige Traktionskontrolle.
Fünf Fahrmodi stehen bereit: City, Rain, Highway, Sport und ein frei konfigurierbarer Custom-Modus. Fürs Rangieren gibt es einen Crawl Mode, der vorwärts und rückwärts arbeitet. Berganfahrhilfe, elektronisches Lenkerschloss, Umkippalarm, App-Entriegelung und Over-the-Air-Updates zeigen, dass unter der Retro-Schale ziemlich moderne Technik steckt.
Touchscreen, Navigation und kabelloses Laden
Das runde 3,5-Zoll-TFT-Display lässt sich per Touch bedienen und bindet Smartphones ein. Google-Maps-Navigation, Anruf- und Nachrichtenhinweise, Musiksteuerung und Sprachassistenz gehören zum Funktionsumfang. Unter der Tankabdeckung sitzt eine kabellose 15-Watt-Ladeschale fürs Telefon, zusätzlich gibt es einen USB-C-Anschluss mit 27 Watt.
Quelle: Royal Enfield
