Kawasaki Versys 900: 122 PS und Radar für 2027

Die neue Kawasaki Versys 900 kombiniert 122 PS, 17-Zoll-Räder und Radarassistenten. Marktstart ist im April 2027 ab 13.270 Euro.

Kawasaki Versys 900 2027 auf einer Landstraße

Zwischen der handlichen Versys 650 und der großen Versys 1100 war bisher ziemlich viel Luft. Genau dort stellt Kawasaki ab April 2027 die neue Versys 900 hinein. Und die kommt nicht als gemütlicher Lückenfüller, sondern mit einem 122 PS starken Reihenvierzylinder, 17-Zoll-Rädern und Radarassistenten. Kawasaki nennt sie selbst die sportlichste Versys bisher – die Eckdaten geben dieser Ansage durchaus Rückendeckung.

Vier Zylinder und ordentlich Zug

Der 948 Kubikzentimeter große Reihenvierzylinder ist von Kawasakis Z-Modellen abgeleitet. Er leistet 122 PS bei 9.500 Touren und liefert maximal 97,3 Newtonmeter bei 8.000 U/min. Das klingt nach deutlich mehr Drehfreude als bei einem typischen Zweizylinder-Crossover, soll unten und in der Mitte aber trotzdem sauber anschieben. Damit zielt die Versys 900 weniger auf Schotterabenteuer und mehr auf Fahrer, die auf der Landstraße Spaß haben und am Wochenende trotzdem mit Gepäck verschwinden wollen.

Der Motor steckt in einem komplett neuen Gitterrohrrahmen. Kawasaki verspricht eine nahezu ausgeglichene Gewichtsverteilung von 50:50 und eine klare Rückmeldung vom Vorderrad. Lange Federwege treffen dabei auf sportliche 17-Zoll-Räder mit Metzeler Roadtec 01. Das Konzept bleibt also typisch Versys: aufrechte Sitzposition und viel Alltagstalent, aber mit klarer Straßenorientierung.

Zwei Kawasaki Versys 900 fahren durch eine Kurve

Radar zieht in die Versys-Mittelklasse ein

Bei den Assistenzsystemen macht Kawasaki einen großen Schritt. Die Versys 900 ist das erste Modell der Familie mit radarbasierter Unterstützung. An Bord sind eine adaptive Geschwindigkeitsregelung in der Ausführung ACC Lite, eine Frontkollisionswarnung und ein Totwinkelassistent. Dazu kommt ein Notbremssignal, das den nachfolgenden Verkehr bei einer harten Verzögerung warnen soll.

Gerade auf langen Autobahnetappen dürfte der adaptive Tempomat angenehm sein. Wichtig bleibt allerdings das „Lite“ im Namen: Das System ist als Unterstützung gedacht und nimmt dem Fahrer weder Verantwortung noch Fahrzeugkontrolle ab. Wie feinfühlig die Regelung in der Praxis arbeitet, muss ein Fahrtest zeigen.

Tourentauglich, ohne zum Dickschiff zu werden

Die Sitzbank lässt sich zwischen 825 und 845 Millimetern Höhe verstellen, die Scheibe bietet sieben Positionen. Dazu kommen eine schmale Tankkontur und ein stabil ausgelegter Heckrahmen für Sozius und Reisegepäck. Kawasaki bietet ein neues 47-Liter-Topcase sowie Seitenkoffer mit jeweils 32 Litern Volumen an. Tourer- und Grand-Tourer-Pakete sollen passendes Originalzubehör bündeln.

Im Cockpit sitzt ein fünf Zoll großes TFT-Farbdisplay. Es bietet zwei Layouts, Turn-by-Turn-Navigation und die Verbindung zur Rideology-App. Eine Darstellung rückt Drehzahl und sportliche Informationen stärker in den Vordergrund, die andere schafft mehr Platz für Navigation und Reisedaten. Das ist keine Revolution, passt aber ziemlich genau zu dem breiten Einsatzbereich, den Kawasaki für die Versys vorgesehen hat.

Fünf-Zoll-TFT der Kawasaki Versys 900 mit Navigation

Standard oder SE?

Schon die normale Versys 900 bringt die entscheidenden technischen Zutaten mit. Die SE legt vor allem bei der Reiseausstattung nach: LED-Nebelscheinwerfer, Handprotektoren, Heizgriffe, Kühlerschutzgitter, Rahmenschutzpads, eine untere Motorverkleidung und ein Hauptständer gehören zum Paket. Wer ohnehin mit Heizgriffen und Tourenzubehör plant, sollte den Aufpreis also gegen eine nachträgliche Aufrüstung rechnen.

Optisch setzt Kawasaki auf das neue „Aero Edge“-Design. Die Verkleidung wirkt kantig und leichter als bei einer klassischen Reiseenduro. Die Standardversion kommt in Metallic Spark Black. Für die SE stehen Plasma Lime Green mit Metallic Spark Black sowie Firecracker Red mit Metallic Carbon Gray bereit.

Preis und Marktstart

Die Kawasaki Versys 900 kostet in Deutschland 12.795 Euro ab Werk beziehungsweise 13.270 Euro inklusive Überführung. Für die Versys 900 SE werden 13.695 Euro ab Werk oder 14.170 Euro inklusive Überführung aufgerufen. Beide Varianten sollen ab April 2027 bei den Händlern stehen.

Unterm Strich wirkt die neue 900er wie eine ziemlich logische Ergänzung der Baureihe. Sie ist kein verkleidetes Adventure-Bike für grobes Gelände, sondern ein sportlicher Straßen-Crossover mit tourentauglicher Ergonomie. Wer den seidigen Charakter eines Vierzylinders mag, aber weder Supersport-Sitzposition noch großes Reiseenduro-Format will, dürfte hier genau hinschauen.

Bildergalerie: Kawasaki Versys 900 2027

Quelle: Kawasaki

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