Ack Attack jagt 400 mph: Motorrad-Weltrekord in Bolivien

Rocky Robinson will mit der 910-PS-Ack Attack als erster Motorradfahrer offiziell 400 mph knacken. Der Versuch steigt auf Boliviens Salzsee.

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400 Meilen pro Stunde auf zwei Rädern. Das sind 643,7 km/h – und eine Zahl, bei der der normale Motorradfahrer schon beim Lesen die Hände feucht bekommt. Rocky Robinson will diese Marke im Oktober 2026 mit der Top 1 Ack Attack offiziell knacken. Schauplatz ist nicht Bonneville, sondern der riesige Salar de Uyuni in Bolivien.

Der alte Rekord hält seit 2010

Robinson weiß ziemlich genau, worauf er sich einlässt. Seit dem 25. September 2010 hält er mit 376,363 mph, umgerechnet 605,697 km/h, den absoluten Motorrad-Geschwindigkeitsrekord. Zuvor hatte er die Bestmarke bereits 2006 und 2008 geholt. Dazwischen lag ein brutaler Crash: 2007 überschlug sich die Maschine bei mehr als 515 km/h insgesamt 16 Mal. Robinson kam zurück – und wurde noch schneller.

Der neue Anlauf ist für die Bolivia Speed Trials vom 22. bis 27. Oktober 2026 geplant. Hinter dem Projekt steht Konstrukteur und Teamchef Mike Akatiff, der seit mehr als zwei Jahrzehnten an der Ack Attack entwickelt. Das Ziel ist klar: nicht nur den eigenen Rekord verbessern, sondern als erstes Motorrad offiziell die 400-mph-Grenze überwinden.

Ack Attack Rekordmotorrad von Rocky Robinson
Sechs Meter lang, zwei Hayabusa-Motoren und ausfahrbare Stützräder: Die Ack Attack ist ein Motorrad der ganz besonderen Art.

Zwei Hayabusa-Herzen und mehr als 900 PS

Mit einem normalen Motorrad hat der rund 6,1 Meter lange Streamliner nur noch wenig gemeinsam. Unter der Vollverkleidung arbeiten zwei 1.300-Kubik-Motoren aus der Suzuki Hayabusa. Garrett-Turbolader, Ladeluftkühler und rund 2,4 bar Ladedruck sollen nach älteren Angaben mehr als 910 PS mobilisieren. Aktuelle Leistungswerte hat das Team nicht veröffentlicht, deshalb ist diese Zahl mit etwas Vorsicht zu genießen.

Beim Losfahren und Bremsen halten ausfahrbare Stützräder das schmale Gefährt aufrecht. Sobald das Tempo steigt, ist Robinson auf Aerodynamik, Lenkgefühl und eine sehr ruhige Salzoberfläche angewiesen. Schon kleine Störungen, die auf einem normalen Bike kaum auffallen würden, werden bei mehr als 600 km/h zum großen Thema.

Warum ausgerechnet Bolivien?

Der Salar de Uyuni liefert etwas, das in Bonneville immer schwieriger zu finden ist: sehr viel gerade Strecke. Für die Speed Trials ist ein Kurs von rund 30 Kilometern Länge und 33 Metern Breite vorgesehen. Die Ack Attack soll ungefähr zehn Meilen Anlauf bis zur eigentlichen Messzone bekommen. Danach braucht sie natürlich noch reichlich Platz, um wieder herunterzukommen.

Der Salzsee liegt auf etwa 3.600 Metern Höhe. Die dünne Luft reduziert den Luftwiderstand, nimmt den Motoren aber auch Sauerstoff. Hier soll die Turboaufladung helfen. Gleichzeitig müssen beide Hayabusa-Aggregate den langen Vollgaslauf überleben – eine ganz andere Belastung als ein kurzer Sprint auf der Viertelmeile.

2017 war die Mannschaft schon einmal in Bolivien, scheiterte aber vor allem an der Logistik: Der Container mit dem Motorrad traf drei Wochen zu spät ein, sodass nur zwei Fahrtage blieben. Diesmal soll alles passen. Ob am Ende wirklich eine Vier vorne steht, entscheiden Wetter, Salz, Technik und eine gehörige Portion Mut.

Quelle: Ack Attack

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