Royal Enfield Flying Flea C6: Deutschlandstart ab 5.990 Euro in Berlin
Flying Flea C6 in Deutschland: 5.990 Euro, Start zunächst in Berlin und Auslieferung ab Oktober. Die WMTC-Reichweite beträgt 104 km innerorts.
Die Flying Flea C6 ist für Deutschland jetzt nicht mehr bloß eine spannende Ankündigung. Royal Enfield hat den europäischen Preis genannt und die ersten Verkaufsstandorte festgelegt: Das leichte Elektromotorrad kostet hierzulande 5.990 Euro inklusive Mehrwertsteuer. In Deutschland führt der Start zunächst nach Berlin. Die ersten Auslieferungen in Europa sollen im Oktober 2026 beginnen.

5.990 Euro – und zunächst nur ein Standort in Deutschland
Zum Auftakt setzt Flying Flea auf fünf Städte: Berlin, Paris, Barcelona, Rom und London. Auf der deutschen Herstellerseite ist als hiesige Anlaufstelle das e-drive Center der Green City Mobility GmbH, Goerzallee 311, 14167 Berlin eingetragen. Dort lässt sich laut Produktseite eine Probefahrt anfragen oder das Motorrad buchen. Wer nicht in der Nähe der Hauptstadt wohnt, sollte also vorerst nicht mit einer Flying Flea beim Royal-Enfield-Händler um die Ecke rechnen. Einen Termin für weitere deutsche Standorte nennt der Hersteller bislang nicht.
Royal Enfield begründet die stufenweise Einführung mit dem Aufbau von Verkauf, Service und Betreuung vor Ort. Für die fünf Startpunkte kündigt das Unternehmen geschulte Standorte und eine rund um die Uhr überwachte Fahrzeuganbindung an. Das erklärt den engen Auftakt besser als eine bloße Liste von Städten: Bei einem neuen Elektromotorrad zählen auch Ansprechpartner, Ersatzteilversorgung und Hilfe bei Softwarefragen. Ob und wann dieser Aufbau über Berlin hinaus in Deutschland sichtbar wird, ist derzeit offen.
Der Preis gilt laut Flying Flea für alle drei angebotenen Farben: Flea Green, Storm Black und Parachute White. Damit ist die C6 preislich konkret einzuordnen; die bisher offene Frage nach dem Deutschlandpreis ist beantwortet. Ob das Paket für den eigenen Arbeitsweg passt, hängt allerdings stärker an der Strecke und der Lademöglichkeit als an der Farbwahl.

104 Kilometer WMTC in der Stadt, 81 Kilometer außerorts
Besonders wichtig ist ein Blick auf die Reichweitenangaben. In unserem früheren Technikbericht zur Flying Flea C6 standen 154 Kilometer nach dem indischen IDC-Zyklus. Für die deutsche Version weist Royal Enfield nun 104 Kilometer nach WMTC 1 im Stadtbetrieb und 81 Kilometer nach WMTC 2 außerorts aus. Die Zahlen stammen aus unterschiedlichen Prüfzyklen und Fahrprofilen; man sollte sie nicht unmittelbar als Verlust an Akkukapazität lesen. Für die Planung einer Fahrt in Deutschland sind die WMTC-Werte die passendere Orientierung, die individuelle Reichweite kann davon abweichen.
Im Magnesiumgehäuse steckt weiterhin ein 3,91-kWh-Akku. Royal Enfield nennt 65 Minuten für eine Ladung von 20 auf 80 Prozent bei 25 Grad Umgebungstemperatur. Das integrierte Ladegerät kann an einer passenden Steckdose mit bis zu 16 Ampere versorgt werden. Wer täglich pendelt, braucht also vor allem einen verlässlichen Ladeplatz zu Hause oder am Ziel. Für spontane lange Touren ist die kleine Batterie naturgemäß eine klare Grenze.
Kleines Elektromotorrad mit eigenständigem Auftritt
Mit 124 Kilogramm fahrfertigem Gewicht, 15,4 kW Spitzenleistung und 60 Nm Drehmoment zielt die C6 auf leichtes, unmittelbares Fahren. Die Spitze liegt bei 115 km/h. Interessanter als die nackten Zahlen sind die eigenwillige Girder- beziehungsweise Trapezgabel, die schmalen 19-Zoll-Räder und der fast freiliegende, gerippte Batteriekasten. Das ist kein verkleideter Roller, sondern ein bewusst anders gestaltetes Motorrad für kurze Wege und Stadtausflüge.
Elektronisch ist die Royal Enfield deutlich moderner, als die Retro-Optik vermuten lässt: Schräglagenabhängiges ABS und Traktionskontrolle, Fahrmodi, ein rundes 3,5-Zoll-Touchdisplay sowie Smartphone-Anbindung gehören zum Konzept. Der Hersteller nennt außerdem Tempomat, Sprachassistenz und Updates über Funk. Wie sich Bedienung und Reichweite im Alltag schlagen, muss ein Fahrtest zeigen.
Der Start in Berlin ist damit ein erster konkreter Schritt für Flying Flea in Deutschland. Für Interessenten außerhalb Berlins bleibt vorerst die Frage nach weiteren Verkaufs- und Servicestandorten offen. Wer in Reichweite des ersten Händlers wohnt, kann nun Preis, Probefahrt und das eigene Pendelprofil gegeneinander halten.
Flying Flea C6 im Fahrbericht
Galerie: Royal Enfield Flying Flea C6
Quelle: Royal Enfield
